Impuls 19.05.2020 Psalm 23 für Seefahrer

Psalm 23 für Seefahrer

Der Herr ist mein Lotse. Ich werde nicht stranden.
Er leitet mich auf dunklen Wassern
und führt mich auf der Fahrt meines Lebens.
Er gibt mir neue Kraft
und hält mich auf rechtem Kurs um seines Namens willen.
Und geht es durch Unwetter und hohe See, fürchte ich mich nicht.
Denn Du bist bei mir. Deine Liebe und Treue sind mir Schutz.
Du bereitest mir einen Hafen am Ende der Zeit.
Du glättest die Wogen, die mich bedrängen
und lässt mich sicher fahren.
Die Lichter deiner Güte und Freundlichkeit
werden mich begleiten auf der Reise durchs Leben
und ich werde Ruhe finden in deinem Hafen immerdar.

Lothar Voges
(Pfarrer unserer Partnergemeinde Zur Heiligen Dreifaltigkeit Bienrode – Bechtsbüttel – Bastholz)

Lego-Challenge

Lego-Challenge zum Thema Ostern

Die beliebten Lego-Tage müssen wegen der strengen Hygieneregeln in diesem Jahr leider ausfallen…

was einige potentielle Teilnehmer selbstverständlich nicht davon abgehalten hat, im „Home-Studio“ kreativ zu werden.

Erkennt Ihr die Geschichten? Schreibt mal in die Kommentare.

Vielen Dank für Eure Initiative

Impuls 14.04.2020 – Andacht zu 1. Mose 9, 8-17 von Pfr. Porsch

1. Mose 9, 8-17 (Übersetzung: Hoffnung für Alle)

Dann sagte Gott zu Noah und seinen Söhnen: »Ich schließe einen Bund mit euch und mit allen euren Nachkommen, dazu mit den vielen verschiedenen Tieren, die bei euch in der Arche waren, von den größten bis zu den kleinsten. Und das ist mein Versprechen: Nie wieder werde ich eine so große Flut schicken, um die Erde und alles, was auf ihr lebt, zu vernichten.« Weiter sagte er: »Diesen Bund schließe ich mit euch und allen Bewohnern der Erde, immer und ewig will ich dazu stehen. Der Regenbogen soll ein Zeichen für dieses Versprechen sein. Wenn ich Wolken am Himmel aufziehen lasse und der Regenbogen darin erscheint, dann werde ich an meinen Bund denken, den ich mit Mensch und Tier geschlossen habe: Nie wieder eine so große Flut! Nie wieder soll alles Leben auf diese Weise vernichtet werden! Ja«, sagte Gott, »diese Zusage gilt für alle Zeiten, der Regenbogen ist das Erinnerungszeichen. Wenn er zu sehen ist, werde ich daran denken.«

Hoffnung für alle steckt in diesem Bibeltext. Gott spricht nach der Katastrophe der Sintflut zu den Menschen. Nie wieder, sagt er, nie wieder, will er sich seiner Geschöpfe entledigen. Hier spricht ein Schöpfer, der während der Katastrophe unbeschreiblich gelitten hat – als so viele seine Geschöpfe hinweggerafft wurden, so wenige nur überlebten. Dieser Gott spürt seine Liebe und tiefe Verbundenheit zu seinen Geschöpfen.
Die Historizität der Sintflutereignisse mag fraglich sein. So oder so trägt aber die Geschichte tiefe Wahrheiten in sich. Darunter die menschliche Urerfahrung, zerstörerischen Gewalten gigantischer Ausmaße ausgeliefert zu sein. Heute erinnert uns der Corona-Virus an diese menschliche Urerfahrung. Wir stehen nicht über den Dingen dieser Welt. Schnell begegnen mir darüber hinaus Gedanken, welche die Ereignisse zu deuten versuchen: Das Übel stamme möglicherweise direkt von Gott, oder sei eine Strafe – Und manchmal liefern sie gleich die Gewissheit mit, wofür (oder wegen wem) diese Strafe über uns gekommen ist.
Ich will da sehr vorsichtig sein. Ich glaube nicht, dass die Katastrophen dieser Welt Strafen Gottes sind, auch nicht Corona. Ich glaube nicht, dass Gott so mit uns umgeht. Ich glaube nicht, dass Gott alle in einen Topf schmeißt. Ich weiß nicht, weswegen und wofür Corona ist. Ein Übel ist es, soviel scheint mir klar. Darüber hinaus ist jede deutende, religiöse Aussage dazu auf dünnem Eis menschlicher Erkenntnis gebaut. Ich halte mich an zeitlosen Wahrheit der biblischen Sintflutgeschichte fest, die für mich die Wichtigste des Textes ist: In Gott begegnet mir mein Schöpfer, der mich liebt, der alle Menschen liebt, der Leben bewahren will und der keines seiner Geschöpf dem Verderben preis gibt. Für alle Schrecken dieser Welt gilt: Sie sind nicht endlos, sie sind begrenzt und wir werden sie mit Gottes Hilfe überdauern. Gott möge uns die Kraft und die Liebe geben, dieses Übel gemeinsam zu überwinden. Und nach Regen kommt Sonnenschein, nach Corona kommt Aufatmen und nach dem Tod kommt das Leben. Es tut mir gut, den Regenbogen vor den dunklen Wolken zu sehen.

 

Andacht zum Karfreitag 10.04.2020

Leid macht schnell einsam. Wenn der ganze Körper vom eigenen Schmerz überspült wird, geht der Blick auf den anderen verloren. Der Schmerz ersäuft alles. Auch die Corona-Krise birgt die Gefahr, dass jeder nur noch seine eigene Not sieht. Politisch macht sich das bereits stark bemerkbar. 50 Kinder aus den Lagern Griechenlands dürfen dieser Tage nach Deutschland kommen. Ich schäme mich für diese erbärmlich geringe Zahl. Als ob uns, ein 80 Millionen-Volk, 50 Kinder schon an die Grenze des Machbaren bringen würden… So viel Not geht in der Sorge um Corona unter. So viel Leid bleibt unbeachtet.
Karfreitag – das heißt, den Tod und das Elend nicht wegzureden und wegzuschieben, sondern in den Blick zu nehmen und (mit) zu erleiden. Selig ist der, der noch in seinen Schmerz am Kreuz die Menschen um sich in den Blick zu nehmen vermag.

Ihr Pfarrer Friedrich Porsch

Anbei eine Karfreitag-Andacht und ein Gruß von Pfarrer Tobias Weisflog aus Königsbrück