Impuls 27.11.2020 – Plötzlich war alles anders

Flashmob! Flashmob?
Flashmobs sind eine Ausdrucksform in der heutigen Zeit. Menschen verabreden sich zu einer scheinbar spontanen Aktion in der Öffentlichkeit. Mitten in unserem Alltag, treten sie plötzlich hervor, von einem Moment auf den anderen verändert sich die Situation. Dann, nach der Aktion, treten sie wieder zurück. Mich fasziniert diese Ausdrucksform. Von einem Moment auf den anderen verändert sich alles.

Weihnachten liegen vor uns. Sicher wird in diesem Jahr vieles anders sein als sonst, aber die Kernaussage bleibt dieselbe. Gott kommt in unsere Welt und plötzlich ist alles anders. Mit seiner Präsenz, Zuwendung und Liebe ändert sich unser Alltag. Die Adventszeit will uns darauf vorbereiten. Lassen wir uns darauf ein, uns unterbrechen zu lassen. Nehmen wir uns wieder Zeit, einen Moment innezuhalten und Gottes Gegenwart in unserem Alltag zu entdecken. Vielleicht mit einem kleinen Flashmobvideo …

Impuls 23.11.2020 – Mach was draus

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Hallo, ihr Lieben!
Auf der Suche, nach einem guten Spruch für dieses Bild, habe ich so manches Geistreiche gefunden. Von Veränderung, Mut und Zuversicht war da die Rede. Aber erst bei Diesem, hatte ich das Gefühl „Der ist es.“ Dieser graue Parkplatz, der sehr begrenzte Raum und die grauen Autos, passen so gut in den November und in die Coronazeit. Die Atmosphäre hat sich verändert. Gespräche mit Maske machen sich so schlecht, ein Lächeln ist kaum sichtbar. Und wer nimmt schon noch Augenkontakt auf?
Und doch gibt es Möglichkeiten etwas zu verändern. Da hilft ein aufmunterndes, wertschätzendes Wort, eine kleine Karte, eine bunte Blume, eine kleine Kerze…
Es gibt so Vieles, was dem Anderen zeigt
„Ich nehm dich wahr.“
Ich wünsche euch gute Ideen, um eure „Parklücke“ zu etwas Besonderem zu machen und Andere damit anzustecken.
Bleibt wohlbehütet und gesund!
Mit herzlichen Grüßen
Anett Kemter

Impuls 22.11.2020 – Tod und Ewigkeit

Totensonntag oder besser Ewigkeitssonntag, wir stehen an den Gräbern unserer Verstorbenen.
Alles hat ein Ende … Und nun? Haben wir nur diese begrenzte Zeit?
Ein Satz des Kirchenvaters Augustin kommt mir in den Sinn: „Ruhelos ist unser Herz, bis es ruht in dir, oh Herr.“ Sind wir erst hier, im Grab zur Ruhe gekommen? Nein, Augustin beschreibt, was jeder von uns kennt. Wie groß der Traum auch war, mit wieviel Anstrengung das Ziel auch erreicht wurde, Zufriedenheit kehrt nicht ein. Schon ist der nächste Wunsch, das nächste Ziel vor Augen. Ruhelos ist unser Herz. Warum das so ist? Im Buch des Predigers, im Alten Testament lesen wir die Antwort:“Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur das der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.“ Weil die Sehnsucht in unserem Herzen auf die Ewigkeit angelegt ist, können wir sie mit weltlichen Dingen auch nicht befriedigen. Aber bei Gott darf unser Herz zur Ruhe kommen, eingehüllt in seine Liebe, die ewig ist, erfahren wir Frieden. Schon jetzt in unserem Leben. Auch an den Gräbern unserer Verstorbenen muss der Blick nicht haltmachen, sondern darf weitergehen, bis in Gottes Ewigkeit.

Impuls 18.11.2020 – Alles hat seine Zeit

Auch das Unschöne und Schöne,
das Traurige und Frohmachende,
das Schmerzhafte und Wohluende,
Angstmachende und das Mutmachende.

Diese kleine Schildkröte, kann nur geduldig darauf warten, bis sie groß und stark ist.
Bei jedem von uns, gibt es Zeiten, in denen wir geduldig sein und warten müssen.

Und WIR können BETEN.
Ich wünsche euch heute, einen schönen und gesegneten Buß- und Bettag!
Bleibt wohlbehütet und gesund!
Mit herzlichen Grüßen
Anett Kemter

Impuls 17.11.2020 – Im Tosen der Zeit

Wir leben in bewegten Zeiten. Jeden Tag stürmen neue Ereignisse und Meldungen auf uns ein. Jeden Tag tauchen neue Forderungen auf, werden neue Einschränkungen disskutiert. Die Meinungen wogen hin und her. Die Einen sind dagegen, den Anderen geht es nicht weit genug, die Einen wollen keine Einschränkungen mehr hinnehmen, die Anderen würden sich am liebsten einigeln und keine Kontakte mehrzulassen. Alle was einmal sicher schien ist hinweggerissen. Wie soll es weitergehen? Was sollen wir tun? Privat, aber auch als Kirchgemeinde sind wir herausgefordert einen Weg zu finden.

Mitten im Tosen dieser Zeit las ich die Worte der heutigen Bibellese, aus den Klageliedern des Jeremia.
In aller Trauer über die Zerstörung Jerusalems, in aller Verwzweiflung, die in diesem Buch der Bibel zum Ausdruck kommen, stehen auch die folgenden Verse (Klagelieder 3, 21- 26):

„Aber eine Hoffnung bleibt mir noch, an ihr halte ich trotz allem fest:
Die Güte des HERRN hat kein Ende, sein Erbarmen hört niemals auf,
es ist jeden Morgen neu! Groß ist deine Treue, o Herr!
Darum setze ich meine Hoffnung auf ihn, der HERR ist alles, was ich brauche.
Denn der HERR ist gut zu dem, der ihm vertraut und ihn von ganzem Herzen sucht.
Darum ist es das Beste, geduldig zu sein und auf die Hilfe des HERRN zu warten.“

Es macht mich getrost diese Zeilen  zu lesen. Sie sprechen uns auch heute, in diesen stürmischen Zeiten zu, woran unsere Seele sich festhalten kann: „Die Güte des HERRN hat kein Ende, sein Erbarmen hört niemals auf, es ist jeden Morgen neu!“.

Gehen wir in dieser Gewißheit in jeden neuen Tag.

Impuls 11.11.2020 – Martinstag

Liebgewordene Traditionen lassen sich in diesem Jahr nicht unbedingt aufrechterhalten.
Martinsumzüge und Martinsfeuer, teilen von Martinshörnchen usw. erfordern großeMenschengruppen und Nähe.
Beides ist dieses Jahr nicht möglich. Deshalb unser Vorschlag (http://kirche-schwepnitz.de/kirche-schwepnitzWP/wp-content/uploads/2020/11/Martinsfest-am-Kuechentisch.pdf).

Der Grundgedanke der Martinsgeschichte, mit dem Bedürfdigen zu teilen was ich selbst habe, lässt sich auch jeden Fall realisieren. Haltet die Augen offen, für die Menschen, die Gotteuch über den Weg schickt.

Impuls 10.11.2020 – Zwischen Vorsicht und Gottvertrauen

Luther schrieb, als 1527 die Pest in Wittenberg ausbrach:

„Wenn Gott tödliche Seuchen schickt, will ich Gott bitten, gnädig zu sein und der Seuche zu wehren.
Dann will ich das Haus räuchern und lüften, Arznei geben und nehmen, Orte meiden, wo man mich nicht braucht, damit ich nicht andere vergifte und anstecke und ihnen durch meine Nachlässigkeit eine Ursache zum Tode werde.
Wenn mein Nächster mich aber braucht, so will ich weder Ort noch Person meiden, sondern frei zu ihm gehen und helfen. Siehe, das ist ein gottesfürchtiger Glaube, der nicht tollkühn und dumm und dreist ist und Gott nicht versucht.“
(Quelle: Luthers Werke, Band 5, Seite 334f)

Diese Zeilen, die unglaublich aktuell sind, sind für mich ein guter Wegweiser in der Coronazeit.
Vorsicht, die andere und mich selbst schützt, soll mein Handeln bestimmen. Das heißt aber nicht, das ich mich ängstlich verkriechen will, sondern, wenn mein Nächster mich braucht, will ich so viel Gottvertrauen haben, das ich ihm beistehe, ohne Furcht.

Ich wünsche uns, das wir so, gut durch die nächsten Tage und Woche kommen.

Vorerst letzter Impuls: Alles was wir teilen

Bis zum 9. Juli 2020 bin ich in Elternzeit, so dass dies vorerst der letzte Impuls ist.
Verabschieden möchte ich mich mit einem Video aus Dänemark.

Es bringt für mich sehr gut auf den Punkt, dass wir alle die Wahl haben, ob wir uns anhand von Unterschieden von anderen Menschen und Menschengruppen abgrenzen, oder ob wir positiv herangehen und die Gemeinsamkeiten stark machen, die uns mit anderen verbinden. Starke Geister brauchen keinen äußeren Feind, um Gemeinschaft zu bauen. Das betrifft insbesondere unsere Gemeinschaft mit Jesus Christus in der Mitte.

Als Christ lebe ich als ein Geschöpf Gottes in einer Gemeinschaft von Geschöpfen Gottes. Und ich halte es für einen heilsamen Weg, die Vielfalt als Bereicherung anzunehmen und die Unterschiede nicht wegzureden, sie aber nicht zu etwas zu machen, was uns trennt, Gemeinschaft verhindert und in kleingeistige und angstbehaftete Abschottung führt. Was wir – bei aller von Gott geschaffenen, bunten Vielfalt – mit jeden einzelnen Menschen der Erde teilen, ist oft mehr, als wir denken.

Impuls 05.06.2020 Der Name Gottes

„Geheiligt werde sein Name“, beten wir Christen im Vater unser. Aber welcher Name ist gemeint? Der jüdisch-christliche Gott hat viele Namen, mit denen er angerufen wird. So heißt er in der Bibel, der „Barmherzige“, der „Vater“, die „Mutter“, aber auch der „Gerechte“ und der „Zornige“. Die feministische Theologie hat zurecht darauf hingewiesen, dass Gott nicht auf das männliche Geschlecht festgelegt werden kann und auch in der Bibel von Gott als Freundin, als Mutter, als Amme, Bäckerin oder Weberin gesprochen wird. Jesus nennt Gott „Vater“, oder auch noch vertraulicher „Papa“.

Im Alten Testament, im zweiten Buch Mose, im 3. Kapitel steht die bekannte Geschichte von Mose vor dem brennenden Dornbusch, in der Gott Mose beauftragt, das Volk der Israeliten aus Ägypten, aus der Sklaverei, zu führen. Und dann fragt Mose ihn nach seinem Namen: „Wenn ich nun zu den Israeliten komme und ihnen sage: ‚Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt’, und sie mich fragen: ‚Welches ist sein Name?’ – was soll ich ihnen antworten?“ Und Gott stellt sich ihm so vor: „‚Ich werde sein, der ich sein werde.’(…) So sollst du zu den Israeliten sagen: Der ‚Ich bin da’, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs hat mich zu euch gesandt’. Das ist mein Name auf ewig.” (2. Mose 3,14f)  Damit hat sich Gott in diesem Gespräch gleich dreifach vorgestellt: Einmal als Gott der Väter. So ist er seinem Volk schon bekannt. Und dann unter seinem Eigennamen. ‚Ich bin da’. Und diesen Namen erläutert er mit dem Satz: „Ich werde sein, der ich sein werde.“

Dieser Eigenname bleibt geheimnisvoll. Er besteht aus vier Buchstaben, einem Tetragramm. Es sind dies die Buchstaben J H W H. Sie stammen ab von dem Verb „sein“, und man kann sie übersetzen mit: „Ich bin da“, oder konkreter: „Ich bin für dich da“, oder im Futur: „Ich werde sein“. Zeit ist relativ, sagt Einstein. Und das scheint sich auch in Gottes Selbstvorstellung wiederzuspiegeln, wo Futur und Präsens ineinanderfließen. Die Buchstabenkette wurde verschiedentlich mit Vokalen bestückt. Zum Beispiel E O und A, dann ergibt sich Jehova“, wie die Zeigen Jehovas es sprechen. Allgemein durchgesetzt hat sich eher A und E, was Jahwe“ ergibt. Aber auch das bleibt letztlich nur eine Rekonstruktion. Heite weiß letztlich keiner, wie das Wort ursprünglich ausgesprochen wurde. Der Gottesname taucht etwa 6800 mal in der Bibel auf. Luther übersetzt in mit HERR“ und greift damit die jüdische Tradition auf, den Gottesname aus Ehrfurcht nicht auszusprechen. Aber auch das ist nicht unproblematisch, unterstellt es doch den Gottesnamen den Herrschaftsaspekt: Gott ist Herr, wir sind seine Untergebenen. Ganz davon abgesehen, dass damit Gott auch ein Geschlecht nahegelegt wird. Beides ergibt sich nicht aus der Selbstvorstellung Gottes heraus. Der Gottesname bleibt hier letztlich eher ein Satz, nicht ein Name im engeren Sinne. Gott bleibt unfassbar, und auch nicht festlegbar auf menschliche Vorstellungen und Kategorien. Er ist kein Mann, keine Frau und auch nicht divers. Er sagt einfach: Ich bin da. Ich werde sein, wie ich immer war – und entscheidend: Ich werde für dich da sein.